Neurofeedback

 

Was ist Neurofeedback?

      Neurofeedback ist eine wissenschaftlich fundierte Methode, welche körperliche Prozesse, die nicht oder nur ungenau wahrgenommen werden, rückmeldet und damit bewusst machen kann. 

Die Nutzer erfahren eine aktive Beeinflussung ihrer Gehirnaktivität, um so selbstständig, unterschiedlichste Symptome zu beeinflussen bzw. die kognitive Leistungsfähigkeit langfristig zu verbessern. Effekte von Neurofeedbacktraining halten auch über mehrere Monate ohne Training an und werden, ähnlich wie Fahrradfahren oder Schwimmen, nur schwer wieder verlernt. Durch Neurofeedback werden Veränderungen der elektrischen Hirnaktivität bewusst, was eine Rückmeldung (Feedback) mentaler Zustände, wie z.B. Über- und Untererregung, Konzentration, aber auch Ent- und Anspannung ermöglicht. Gemessen werden elektrische Potentialschwankungen und Frequenzen (Volt, Hertz). Trainiert man diese Rhythmen, so schult man das Gehirn in seiner Grundfunktion bei der Kontrolle und Regulation von Funktionen. In weiteren Schritten lernt der Klient, diese Prozesse zu beeinflussen. Eine spezielle Software stellt die Prozesse graphisch oder akustisch in Echtzeit dar. Diese erfasst eine Veränderung unmittelbar und startet („Belohnung“) oder stoppt („Bestrafung“) eine vorher bestimmte Motivation. Die Motivation kann ein Licht, ein einfaches Spiel, ein Puzzle oder ein kleiner Film sein. Die Registrierung der Änderungen und die „Belohnung/Bestrafung“ wird in Echtzeit, d.h. in wenigen Sekundenbruchteilen, ausgeführt. Hierdurch kann der Übende den Zusammenhang zwischen Messung und Feedback begreifen und Selbstkontrolle über seine körperlichen Vorgänge entwickeln. Durch diese extrem schnelle Rückmeldung des Rückganges oder des Anstiegs der Konzentrationsleistung oder Veränderung des mentalen Zustandes kommt es zu einem "Lerneffekt".

Das Neurofeedbackverfahren ist nur bedingt für die Diagnostik geeignet. Wir gehen davon aus, dass bereits eine Diagnose vorliegt (z.B. ADHS) oder eine Verbesserung der Hirnleistung bzw. Konzentration zum Beispiel in Sport oder Beruf erlangt werden soll. Das Neurofeedbacktraining eignet sich nach aktuellen wissenschaftlichen Forschungen hervorragend für diesen Einsatz.

 

Wie funktioniert Neurofeedback?

„Bei einer Sitzung werden am Kopf des Anwenders drei bis fünf Sensoren befestigt, die die Hirnfrequenzen aufnehmen. Auf dem Monitor eines Computers können diese Messungen sichtbar gemacht werden. Der Anwender sieht außerdem verschiedene Animationen, die ihm positive Veränderungen seiner Hirnaktivität sofort direkt sichtbar oder auch hörbar zurückmelden (Feedback). Der Patient lernt durch diese Erfolgsmeldungen die verbesserte Hirnaktivität immer schneller und anhaltender zu erreichen. Dem Gehirn werden dabei keinerlei elektrische Impulse zugeführt, es wird ausschließlich die augenblickliche Hirnaktivität gemessen und zurückgemeldet.“ 

 

Einsatzbereiche:

  • AD(H)S
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Migräne
  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Schlaganfall
  • Tinnitus
  • Stimmungsschwankungen 

 

Neurofeedback bei AD(H)S:

Das Neurofeedbacktraining (NFB) stellt eine erfolgreiche, nicht medikamentöse Therapie in der AD(H)S-Behandlung dar, was von einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien nachgewiesen wurde. Für die Kinder ist die Neurofeedback-Sitzung angenehm, da die Methode spielerisch funktioniert und so keinerlei leistungsbezogener Stress entsteht.

Das NFB-Programm dient bspw. dazu, dass das Kind einen Zustand erreicht, indem es einerseits möglichst wach und aufmerksam ist, aber dennoch körperlich völlig ruhig und entspannt bleibt (Zustand größter Aufmerksamkeit bei körperlicher Ruhe). Diese positiven Muster werden mittels Computerprogramm auf einem Bildschirm rückgemeldet (visuell/auditiv) und positiv verstärkt (belohnt). Dabei nutzt das NFB die neuronale Plastizität des Gehirns, d.h. sein Bedürfnis neue Fähigkeiten erlernen zu wollen. Bspw. lernen ADS-/ADHS-Kinder (oder besser ihr Gehirn) bei der Umsetzung kognitiver Anforderungen, wacher und aufmerksamer zu werden. Hat das Kind erfahren, was es tun muss um diesen Zustand zu erreichen, soll sich dieser Zustand stabilisieren und in den Alltag (Schule, Hausaufgaben, etc.) transferieren. Positiv ist dabei zu vermerken, dass diese Verhaltensweisen ähnlich dem Fahrradfahren, auch nach Beendigung des Trainings eine hohe Nachhaltigkeit besitzen.

Ziel bei AD(H)S ist es die Gehirnaktivität mittels Selbstkonditionierung so zu verändern, dass in den entsprechenden Anforderungssituationen, wie Hausaufgaben, Klassenarbeiten, etc. die optimale mentale Verarbeitung, bspw. ruhig und konzentriert, möglich wird.

 

Mehr zum Thema Neurofeedback:

Neurofeedback wird von ausgebildeten Neurofeedback-Therapeuten durchgeführt. Für nähere Informationen, Termine und eventuelle Wartezeiten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

 

Ansprechpartner: Melanie Effertz-Schroers, Luana Gamerschlag